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DVWG-Mobilitätsgespräch: Die Zukunft des Verbrenners

Am Montag, 2. März 2020 führte die DVWG BV Oberrhein ein weiteres Mal eine Veranstaltung der Reihe „Mobilitätsgespräche“ durch. Inhaltlich drehte sich das Thema der Diskussionsrunde um die „Zukunft des Verbrenners“. Zwei ausgewiesene Fachleute des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) standen hierfür als Gesprächspartner zur Verfügung: Prof. Martin Doppelbauer des Elektrotechnischen Instituts (ETI), Experte für Fahrzeuge mit Elektromotoren sowie Dr. Olaf Toedter vom Instituts für Kolbenmaschinen (IFKM) für Verbrennungsmotoren. Diesmal fand das Mobilitätsgespräch im Alina Café im Gründerzentrum des „Alten Schlachthofs“ statt.

Die Veranstaltung begann mit kurzen Einführungsstatements der beiden Experten, in denen sie kurz ihre aktuelle Forschung umrissen und erste Einschätzungen gaben. Anschließend begann die von Lisa Bönisch moderierte Diskussion mit den rund 30 Gästen, die der Einladung zu dieser öffentlichen Veranstaltung gefolgt waren. Einig waren sich beide Referenten darin, dass für unterschiedliche Einsatzfelder die beiden Technologien Verbrennungsmotor und Elektromotor unterschiedlich gut geeignet sind. Während in kleineren Fahrzeugen, die häufig geladen werden können, Elektromotoren in Verbindung mit Batterien gut geeignet und bereits alltagstauglich sind, konnte sich auch der Experte für elektrische Antriebe für Verkehrsmittel wie Schiffe und Flugzeuge in näherer Zukunft diese dort nicht vorstellen. Während Herr Dr. Toedter die Wichtigkeit von synthetischen Kraftstoffen hervorhob, konnte sich Herr Prof. Doppelbauer diese nicht in großflächiger Anwendung vorstellen.

Weitere Fragen, die von den Gästen kamen, bezogen sich unter anderem auf die Lebensdauer und Kosten von Batterien, auch im Vergleich zu sogenannten Heimspeichern, die Preise von batterieelektrischen Fahrzeugen, alternative Stromzuführungssysteme wie Oberleitungen, der Energiebedarf bei unterschiedlichen Speicherungs- bzw. Antriebsformen, günstigste Formen der Stromgewinnung und das Laden von Elektrofahrzeugen. Von der Seite der Experten wurde angemerkt, dass die deutsche Autoindustrie nicht „geschlafen“ hätte, sondern bereits seit Längerem Fahrzeuge mit alternativen Antrieben entwickelt hätte. Schließlich hoben beide die Wichtigkeit politischer Rahmenbedingungen hervor. Einerseits könnten diese zu teilweise unerwünschten Nebeneffekten führen, wenn diese Rahmenbedingungen nicht auf technisch-physikalischer Grundlage beruhen. Andererseits sei die EU-CO2-Gesetzgebung der Grund, weshalb heutige Anstrengungen hinsichtlich Elektrifizierung überhaupt vorgenommen würden.

Vielen Dank an alle interessierten Gäste für die Aufmerksamkeit und vielfältigen Fragen sowie den beiden Referenten für ihre Zeit und das Teilen ihrer Expertise.

Gabriel Wilkes (DVWG BV Oberrhein)